Schwedisch für Anfänger

So lautete mein Motto vor zwei Wochen, als ich einen Schwedischintensivkurs besucht habe. Vor dem Kurs konnte ich kaum ein Wort Schwedisch außer „Hej!“ (Hallo) und „Hey då“ (Tschüss). Dementsprechend gespannt war ich am ersten Tag auf die mir noch gänzlich unbekannte Sprache. Auf der ganzen Welt gibt es ca. 9-10 Millionen Menschen, die Schwedisch sprechen. Dazu zählen natürlich alle Schweden und Menschen, die Schwedisch als Fremdsprache lernen. Ich selbst war ziemlich überrascht, als unsere Kursleiterin erzählte, dass auch viele Deutsche Schwedisch lernen, weil Schweden ein sehr beliebtes Land für Auswanderer ist.

In der schwedischen Sprache gibt es einige Wörter, die dem Deutschen sehr ähnlich sind und es so für Deutsche leichter macht, Schwedisch zu verstehen und zu lernen. Hier sind einige Beispiele:

arbeta – arbeiten

en lärare – ein Lehrer

en sommar – Sommer

läsa – lesen

et ögonblick – ein Augenblick

Gleich am ersten Tag haben wir gelernt, wie man sich vorstellt, verabschiedet und wie man erzählt, warum man Schwedisch lernt. Dafür mussten wir natürlich auch erstmal deinige Verben lernen. Die beste Nachricht des Tages war, als die Kursleiterin ein Verb und die dazugehörige konjugierte Form an die Tafel schrieb. Ja, richtig gelesen: es gibt im Präsens nur eine konjugierte Verbform für alle Personen. Das war für mich die beste Nachricht des Tages, denn ich weiß noch, wie für Französisch und Spanisch stundenlang für alle Verbgruppen inklusive Ausnahmen jeweils die sechs konjugierten Formen im Präsens lernen musste (und auch in allen anderen Zeitformen).

Leider sind die bestimmte und unbestimmte sowie Singular- und Pluralform für Substantive dafür nicht ganz so leicht. Es gibt zwar nur zwei unbestimmte Artikel, „en“ und „ett“, aber sobald die Substantive in der bestimmten Form verwendet werden, werden die Artikel als Endung angehängt. Das ist schon etwas verwirrend, weil es für mich die erste Fremdsprache ist, in der das der Fall ist. Auch die Pluralformen werden hinten an das Verb angehängt, was ja auch in den anderen mir bekannten Sprachen so ist.

Besonders spannend fand ich auch die sehr spezielle Aussprache für schwedische Wörter. Gleich am zweiten Tag musste ich erfahren, dass wir Deutschen den Namen der kleinen Fleischbällchen bei Ikea immer falsch aussprechen. Denn k wird vor i, e, y, ä und ö wie ch (wie bei gleich) ausgesprochen. Es sind also keine köttbullar (mit k gesprochen) sondern sie werden eher „chöttbullar“ ausgesprochen.

Nach einer Woche Schwedischkurs (die Hälfte eines A1-Kurses) konnte ich schon ziemlich viele Dinge auf Schwedisch sagen und auch verstehen. Neben Fragen nach dem Befinden und Vorlieben konnte ich auch Essen und Getränke im Restaurant bestellen, eine Wegbeschreibung in der Stadt geben, alle Zahlen und Wochentage, die Präpositionen und die Bezeichnungen für viele Lebensmittel und Speisen sowie über den Beruf sprechen.

Alles in allem gefallen mir sowohl die schwedische Sprache als auch das Land Schweden unheimlich gut und ich werde auf jeden Fall weitere Kurse besuchen, um mein Sprachniveau zu verbessern.
Mein Schwedischbuch

Falls ihr euch auch für Schwedisch interessiert, aber nicht sicher seid, ob ihr es lernen sollt, habe ich euch hier meine persönliche Liste der Vor- und Nachteile zusammengestellt:

Vorteile

  • Ihr könnt Urlaub in Schweden machen und euch dort mit der Bevölkerung in ihrer Sprache unterhalten.
  • Wer Schwedisch kann, versteht auch Norweger und Dänen, wenn sie langsam sprechen und andersherum.
  • Schwedisch hat eine sehr schöne Aussprache und Sprachmelodie.
  • Ihr müsst viel weniger Verbformen lernen, als in anderen Sprachen.
  • Viele schwedische Wörter ähneln deutschen Wörtern – weniger Vokabeln zu lernen.

Nachteile

  •   Die Ausspracheregeln müssen erst einmal gelernt werden.
  •   Es sprechen nur 9-10 Millionen Menschen auf der Welt Schwedisch.
  •   Es gibt nicht so viele Schwedischkurse in Deutschland wie für die „großen“   Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch.

Ich hoffe, euch hat der kleine Einblick in die schwedische Sprache gefallen. Im nächsten Monat stelle ich euch Möglichkeiten vor, um neue Sprachen zu lernen – sowohl in, als auch außerhalb von Deutschland.

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